Inge: «Die bunte, positive cwirbelwelt tat mir schon immer gut!»

cwirbelwind-Mitarbeiterin Inge auf dem Königsthron in der cwirbelwelt, im Hintergrund bunte Kindergartentaschen.
Inge in der von ihr so heiss geliebten cwirbelwelt

Wer näht eigentlich all die tollen Kindergartentaschen, Rucksäcke und so weiter? In loser Folge stellen wir hier alle cwirbelwind-Mitarbeiterinnen vor. Heute im Fokus: Inge, die schon seit vielen Jahren Teil der cwirbelwelt ist und Caterina bei Designprozessen begleitet.

Wie kam es zu deiner Mitarbeit bei cwirbelwind?

Ich wohnte früher in Wiesendangen und kannte Caterina. Ihr Jonas liegt altersmässig genau zwischen meinen beiden Jungs. Ich komme ursprünglich aus Belgien. Hier fühlte ich mich einsam, da ich hier keine Familie habe. Ich fand cwirbelwind so wunderbar bunt und dachte, die Arbeit mit so fröhlichen, bunten Motiven würde mir sicher guttun. So bot ich Caterina an, ihr beim Zuschneiden der Motive zu helfen. Ich bin keine Schneiderin, sondern gelernte Goldschmiedin – habe also geschickte Hände und einen guten Blick für Motive.

Wir begannen dann – damals noch bei Caterina zu Hause – gemeinsam Motive zuzuschneiden. Die Zusammenarbeit funktionierte super. Wir waren uns längst nicht immer einig, welche Farbkombinationen und Motive uns gefielen, und konnten einander sehr gut ergänzen. Meine Meinung interessiert Caterina. Sie ist ganz klar der «Obercwirbel», holt aber bis heute oft meinen Rat ein, wenn es um die Umsetzung eines Motivs geht.

Du begleitest also Designprozesse bei cwirbelwind mit?

Genau. Ich habe auch mal versucht, zu nähen, habe aber schnell gemerkt: Meine Stärke ist nicht das Technische. Ich mag es viel mehr, Motive auszuprobieren. So langsam hat meine Arbeit sich dann auf Spezialanfertigungen verlagert. Ich setze Kinderzeichnungen um oder kreiere beispielsweise Motive aufgrund von Lieblings-Plüschtieren. Seit jeher bin ich dafür einen Morgen in der Woche bei cwirbelwind.

Hast du Lieblings-Motive bei cwirbelwind?

Nicht direkt. Ich liebe aber die Kinderzeichnungen. Es ist zwar oft wirklich knifflig, sie umzusetzen. Aber ich finde es so toll zu sehen, wie ein Kind denkt und ein Motiv sieht. Wenn die Umsetzung gut gelingt – und ich hoffe, das ist oft der Fall – dann ergibt das total coole, herzige Täschlis!

Warum bist du schon so lange Teil der cwirbelwelt?

Das hat sich über die Zeit gewandelt. Zu Beginn war der Hauptgrund tatsächlich, dass ich fand, dieses positive Umfeld mit den vielen Farben und den Kinderprodukten würde mir guttun. Und das hat mir wirklich geholfen! Auch Caterina war wertvoll für mich, sie ist so ein optimistischer, lebendiger Mensch, das half mir sehr, wieder aus meinem damaligen Tief herauszukommen.

Dann merkte ich, diese Zusammenarbeit gibt mir viel und bringt auch Caterina viel. Es entstand auch eine Freundschaft – zu Beginn nannten wir unseren gemeinsamen Vormittag oft «Plauder-Morgen», weil wir auch viel über unsere Kinder, unser Leben austauschten. Ich hatte nie das Gefühl, ich gehe zur Arbeit, sondern: Ich gehe zu Caterina.

Trotzdem mag ich auch die Arbeit selbst so sehr, sie ist kreativ und abwechslungsreich.

Was ich auch total liebe, sind die vielen Kinder, die ins Atelier kommen. Ihr Strahlen, ihre leuchtenden Augen – das ist einfach wundervoll! Nicht zuletzt ist auch die Arbeit im Team einfach toll. Wir tauschen aus, wenn wir ein Motiv nicht hinbekommen wie wir wollen, wenn wir unsicher sind bei einer Farbkombination – und zwischendurch trinken wir Kaffee, führen spannende Gespräche oder lachen uns auch mal fast kaputt. Die Stimmung ist einfach schön und warmherzig.

Bereits erschienen sind auf diesem Blog Interviews mit den cwirbelwind-Mitarbeiterinnen AlexandraSibylle, Claudia und Käthi – klickt den Namen der gewünschten Mitarbeiterin an, um zum Interview zu kommen.

Upcycling-Malschürzen – von der Idee zum fertigen Produkt

Malschürze  von cwirbelwind aus altem Herrenhemd
Prototyp einer cwirbelwind-Malschürze

Manchmal, wenn wir Ideen für ein neues Produkt haben, geht alles ganz schnell. Die Ideen sprudeln, wir haben in kürzester Zeit einen Prototypen, und weil wir so begeistert sind, steht das fertige Produkt schon bald darauf zum Verkauf bereit. Aber nicht immer ist der Weg von der Idee zum fertigen Produkt so kurz. Manche Ideen gären erst lange, bevor sie in die Tat umgesetzt werden. Und es kommt auch vor, dass wir lange daran feilen müssen, bis wir uns bereit fühlen, euch das Produkt anzubieten.

So geht es uns mit den Malschürzen. Die Idee, aus alten Herrenhemden Malschürzen anzufertigen, war schnell geboren. Und es war auch bald klar, wie die Schürzen aussehen sollten: Wir wollten vorne eine grosse Bauchtasche aus «cwirbelwind-Stoff» mit Platz für Malutensilien anbringen.

Details sind schwierig

Also organisierten wir ein paar alte Herrenhemden und nähten drauflos. Die Details allerdings erwiesen sich als tricky. Auf welcher Höhe soll die Tasche platziert werden, um wirklich praktisch für Kinder zu sein? Wie gestalten wir den Ausschnitt und die Armabschlüsse? Und vor allem: Wie lang sollen die Ärmel sein? Eher lang, damit das Kind die Schürze auch eine Weile lang tragen kann? Oder ist es mühsam, wenn das Kind zunächst fast «schwimmt» in der Schürze? Wir liessen verschieden grosse Kindergartenkinder unsere Prototypen anprobieren und waren immer noch unsicher.

Wie bei all unseren Produkten stehen wir zudem in der Spannung, dass wir euch ein möglichst hochwertiges und praktisches, alltagstaugliches Produkt anbieten wollen, welches aber zugleich in der Produktion nicht zu kompliziert und aufwändig ausfallen darf, damit wir es euch zu einem vernünftigen Preis anbieten können.

Bald sind die Schürzen soweit

Aus Zeitgründen blieben die Prototypen in den letzten Monaten im Regal liegen. Nun allerdings wollen wir unseren Schürzen den letzten Schliff geben. Denn eigentlich sind wir davon begeistert. Sie sehen nicht nur erheblich hübscher aus als Plastikschürzen, sie sind auch angenehmer zu tragen, da man viel weniger schwitzt in ihnen. Und nachhaltiger sind sie erst noch, da wir für sie ausgetragene Herrenhemden verwenden.

Falls ihr also in nächster Zeit Hemden ausmistet – bitte nicht wegwerfen. Wir verwenden sie gerne weiter!

Wir informieren euch natürlich auf Facebook und Instagram sofort, wenn die Malschürzen dann soweit sind und im Shop angeboten werden. Und wenn ihr bereits jetzt gerne eine Schürze hättet – meldet euch bei uns! Vielleicht habt ihr ja auch grade noch einen Vorschlag, welche Ärmellänge ihr persönlich am sinnvollsten findet 😉

Sibylle: «Durch cwirbelwind ist mein Hobby zum Beruf geworden»

cwirbelwind-Näherin Sibylle sitzt strahlend an der Nähmaschine, vor ihr ein halb fertig genähtes Chindsgitäschli.
Sibylle näht an einem cwirbelwind-Täschli

Wer näht eigentlich all die tollen Kindergartentaschen, Rucksäcke und so weiter? In loser Folge stellen wir hier alle cwirbelwind-Mitarbeiterinnen vor. Heute im Fokus: Sibylle, Täschli-Näherin und «Upcycling-Queen» von cwirbelwind.

Du bist die Upycling-Queen bei cwirbelwind…

Ja, ich verwerte vor allen Dingen gerne Bettbezüge. Daraus mache ich beispielsweise Znünisäckli oder ähnliches. Ich finde es schade, alles gleich wegzuwerfen. Auch Kleidung versuche ich erst mal zu flicken – wenn man sie noch brauchen kann, ist das doch viel besser als immer gleich alles zu entsorgen.

Du arbeitest seit über 10 Jahren bei cwirbelwind – wie kam es dazu?

Ich traf damals auf einem Wiesendanger Markt auf Caterina. Dort verkaufte ich meine eigenen Blachentaschen. Caterina sprach mich an und erzählte, sie stelle auch Blachentaschen her. Gleich bei diesem ersten Kennenlernen gab sie mir auch schon heisse Tipps, wo ich an gutes Material kommen könne. Von Konkurrenzdenken keine Spur! Das hat mich total beeindruckt, dass sie mich gleich so spontan unterstützt hat.

Wir blieben etwas in Kontakt – und eines Tages rief sie mich an: «Ich ertrinke in Arbeit. Hättest du Kapazität, für mich zu arbeiten?». Ich war grade am Überlegen ob ich wieder in meinen ursprünglichen Beruf – ich bin gelernte Physiotherapeutin – zurückkehren wollte. Als Caterina mich anfragte, war für mich schnell klar: Das ist es, was ich will. Wenn man so will, habe ich durch diese Anfrage mein Hobby zum Beruf gemacht. Meine eigene Blachentaschen-Produktion habe ich dann sukzessive zurückgefahren, es gibt nun auch keine Homepage mehr – ich bin Teil der cwirbelwelt geworden.

Du hättest ja auch deine eigene Taschen-Marke mehr pushen können…

Ach, das wollte ich nicht. An dem Punkt, an dem ich war, hätte ich mich professionalisieren müssen, um weiter zu wachsen. All diese Dinge rund ums Nähen – die Vermarktung, die professionelle Website, die Verwaltung – ich bin ganz froh, dass ich mich mit denen nicht herumschlagen muss. Ich bin gerne ein Teil von Caterinas Label geworden, statt mein eigenes gross aufzuziehen.

Welches sind deine Haupt-Aufgaben bei cwirbelwind?

Ich nähe hauptsächlich Chindsgitäschli und Turnsäckli. Andere cwirbelwind-Produkte fallen eher nicht in meine Zuständigkeit. Ausser neuerdings die Znüni-Säckli, die sind quasi «mein Baby».

Wie reagierst du, wenn du cwirbeltäschli siehst?

Finde ich meeega cool! Heute Morgen kam ich mit einer Handvoll Täschli unter dem Arm zu Fuss ins Atelier, und da waren grad ein paar Chindsgikinder unterwegs. Die haben sich gegenseitig angestupft und wurden ganz aufgeregt… Eins von ihnen hatte selbst ein cwirbelwind-Täschli und war ganz stolz. Das war wahnsinnig herzig!

Welche Motive magst du am liebsten?

Ich mag gerne die einfachen Motive. Den Orca, den Löwen… Die wirken fast besser, finde ich. Motive wie das Seilbähnli finde ich zwar cool, aber mir persönlich gefallen einfachere, schlichtere Motive einfach besser. Das ist jetzt einfach mein persönlicher Geschmack – ich freue mich über die riesige Vielfalt an Motiven bei cwirbelwind, so ist sicher für jeden etwas dabei.

Täschlitag – Immer wieder ein Highlight für Caterina

Caterina in der cwirbelwelt

Mittwoch-Nachmittag bedeutet bei cwirbelwind: Täschlitag. Ein besonderes Erlebnis für Vorschulkinder, die ihre Kindergartentasche direkt im Atelier aussuchen. cwirbelwind-Chefin Caterina berichtet.

Es ist Mittwoch-Nachmittag und „Täschlitag“ in der cwirbelwelt. Dilzar, unsere Schülerin vom LIFT-Projekt hat alles vorbereitet und das Atelier riecht nach Popcorn. 

Das Glücksrad mit den Preisen steht parat, der Königsstuhl, auf dem wir kleine Fotos mit den Kindern und ihren ausgewählten Taschen machen, ist in Szene gesetzt, Snacks und Getränke stehen bereit und klar, die Maschinen laufen auf Hochtouren, damit die Kinder zuschauen können, wie eine Tasche entsteht. Es ist alles da für einen Erlebnisbesuch der besonderen Art.

Ach ja, das habe ich fast vergessen: es hat gaaaaanz viele Taschen in der cwirbelwelt, so dass man so richtig eintauchen kann.

Wer kommt uns wohl besuchen?

Wie freue ich mich, wenn unsere Klingel läutet, ich gespannt zur Türe schaue, die Schritte auf der hölzernen Treppe höre und ich dann sehe, wer den Weg in die cwirbelwelt gefunden hat (das ist nämlich nicht so ganz einfach, weil der Eingang versteckt ist und wir auch sonst für viele nicht so ganz am Weg liegen). Sind es Mami oder Papi, die Grossmutter oder einer der Paten, die mit dem Kind eine Kindergartentasche aussuchen kommen? Spannend für mich, die lustigen Kombinationen, die zu uns kommen.

Wie herzig sind schon am Anfang die erwartungsvollen Augen der Kinder und ihre staunenden Blicke, wenn sie die cwirbelwelt vor sich haben. Sooo viele Taschen und so viele Farben und so ein Reichtum an Emotionen. Auch die Augen der Erwachsenen beginnen zu leuchten.

Ein volles Atelier

Uff, es kann sein, dass alle Menschen auf einmal kommen und es ein grosses Gewusel gibt und die cwirbelwelt plötzlich voller Kinder und Erwachsener ist. Da muss sich dann jeder einen Weg suchen, zuerst Kaffee und Sirup trinken, den Näherinnen über die Schulter schauen und warten, bis ich den Namen des Kindes sage (bei vielen Leuten geht es nämlich der Reihe nach) und ich mir Zeit für jedes einzelne Kind nehmen kann. Das ist mir wichtig, damit ich das Kind spüren, ihm meine Aufmerksamkeit schenken kann und damit ich auch beim Aussuchen unterstützen kann. Das ist, wenn man ohne Vorstellung der Wunschtasche kommt, nicht immer einfach, weil es einfach viele Taschen gibt, auch Unikate, die gar nicht auf der Webpage sind.

Nach dem Ausschlussverfahren geht es dann aber immer gut und auch «a zelle bölle schelle» ist schon zum Zug gekommen.

Es kann aber auch sein, dass man die ganze cwirbelwelt und mich als „Obercwirbelfrau“ und Beraterin ganz für sich alleine hat.

Die Menschen in die cwirbelwelt hineinnehmen

Ich liebe die Gespräche mit den Kindern und mit den Erwachsenen. Gespräche über dies und das und ich beantworte gerne Fragen über cwirbelwind, denn ja, es ist eine spannende Geschichte.

Ich liebe es, die Menschen in meine Welt hinein zu nehmen, Ihnen die Produktion zu zeigen, die Abläufe zu erklären und die Mitarbeiterinnen vor zu stellen.

Am Schluss, wenn dann klar ist, welches Täschchen oder welcher Rucksack mit in den Kindergarten darf, machen wir ein Föteli mit der Kindergartentasche auf dem Königsstuhl, welches wir dann unter einem Sichtfenster einnähen. So wird es noch besonderer. «Jetzt muesch aber lache, das isch nachher i dim Täschli ine».

Klar, wir fotografieren nur die Kinder, die gerne möchten, denn es wollen nicht alle schon wieder fotografiert werden. Handytrauma, vielleicht?

Danke für eure Besuche!

Danke euch allen, die ihr den Weg nach Wiesendangen sucht, euer Lächeln und das Lächeln der Kinder hier lasst und uns Wertschätzung unserer Arbeit gegenüber entgegenbringt. Das macht mich glücklich.

«Gäll Mami, das isch en schöne Ladä. Da gönnd mer wieder emal hi.»

Alle Infos zum Täschlitag findet ihr auf unserer Website.

Alexandra: „Ich freue mich jeden Tag auf die Arbeit!“

Wer näht eigentlich all die tollen Kindergartentaschen, Rucksäcke und so weiter? In den nächsten Wochen stellen wir hier alle cwirbelwind-Mitarbeiterinnen vor. Heute im Fokus: Alexandra, die Allrounderin bei cwirbelwind und Stellvertreterin von cwirbelwind-Chefin Caterina.

Wie bist du zu cwirbelwind gekommen?

Vor ziemlich genau 10 Jahren habe ich einen Artikel über cwirbelwind gelesen. Darin erwähnte Caterina, dass sie an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt sei. Ich bin gelernte Schneiderin und war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Also habe ich mich blind beworben – und Caterina war noch so froh…

Was magst du besonders an der Arbeit bei cwirbelwind?

Also das Wichtigste zuerst: Ich freue mich wirklich seit 10 Jahren jeden Morgen, zur Arbeit zu kommen! Das Team ist toll – obwohl wir ein reines Frauenteam sind, gibt es bei uns keine Zickereien. Dafür sorgt Caterina mit ihrer guten Gesprächskultur. Wir reden offen und ehrlich miteinander, so dass Konflikte nicht lange vor sich hin schwelen.

Ich liebe die Vielseitigkeit meiner Aufgaben. Ich bin ja auch Stellvertreterin von Caterina, mache neben dem Nähen also auch viele Büroarbeiten. Das mag ich total.

Du machst auch sehr oft Shownähen…

…oh ja, das ist mit Sicherheit eine meiner Lieblingsaufgaben. Ich finde es so spannend, wie unterschiedlich die Kinder sind, die herkommen. Manche sind ganz hibbelig und von Anfang an mit Feuereifer bei der Sache. Andere sind schüchtern, finden das Nähen aber trotzdem sehr spannend und tauen auch mit der Zeit etwas auf und machen gerne mit. Hin und wieder habe ich den Eindruck, dass ein Kind eher widerwillig beim Shownähen dabei ist. Wenn dann die Begleitperson Druck ausübt und versucht, das Kind dazu zu bringen sich zu beteiligen, ist mir das ziemlich unwohl. Aber das sind die Ausnahmen – meist spüre ich die Begeisterung der Kinder gut.

Du hast selber ein Kind im Kindergartenalter, empfindest du das als Vorteil?

Genau, meine Jüngste. Die Grossen waren damals, als ich einstieg, bereits aus dem Kindergartenalter raus. Dadurch, dass ich jetzt nochmal ein Chindsgi-Kind habe, erlebe ich diese ganze Chindsgi-Welt nochmal hautnah. Das ist schon gäbig für meine Arbeit hier.

Wie reagierst du, wenn du irgendwo unterwegs ein Kind mit cwirbelwind-Täschli siehst?

Da freue ich mich immer riesig, und ich muss an mich halten, um mich nicht gleich auf das Kind zu «stürzen». Ich habe das auch schon gemacht, als ich ein Kind aus einem Geschäft kommen sah mit nigelnagelneuem Täschli. Da bin ich auf es zu gegangen und habe ihm erzählt, dass ich solche Täschli nähe und vielleicht sogar genau dieses Täschli gemacht habe. Die Mutter fand das glaube ich witzig, das Kind war eher irritiert. Das mache ich deswegen nicht mehr. Aber sie springen mir schon immer sofort ins Auge, unsere Täschli, und mein Herz macht jedes Mal einen kleinen Hüpfer…

Alexandra hat erst kürzlich hier darüber berichtet, wie sie das Shownähen jeweils erlebt. Ihren Bericht findet ihr hier.

Alexandra berichtet, warum sie Shownähen so liebt

Alexandra beim Shownähen

Unsere Shownähen sind immer ganz besondere Erlebnisse. Wenn ein Kind dabei ist, wenn sein eigenes Täschli entsteht, und sogar selbst beim Nähen mithilft, ergeben sich immer wieder wunderschöne Momente. cwirbelwind-Mitarbeiterin Alexandra berichtet:

«Ich freue mich immer darauf, ein Täschli zusammen mit einem Kind nähen zu können.

Jedes Nähen ist anders, jedes Kind und jede Begleitperson. Am schönsten ist das Shownähen dann, wenn ich die Vorfreude beim Kind stark merke. Dies äussert sich zb. in kleinen Gesten wie Hände reiben, leuchtende Augen, allgemeines kribblig sein.

An den Samstagen sind oft Gotti-und Götti Ausflüge mit unserem Shownähen verbunden. Die Erwachsenen nehmen sich bewusst Zeit und machen den Besuch bei uns im Atelier zu einem sehr schönen Anlass.

Das Kind dort abholen, wo es grad steht

Für mich ist das Wichtigste, dass sich das Kind wohl fühlt, dass ich es dort „abholen kann“ wo es sich grad befindet, und ich individuell auf jedes Kind eingehen kann. Die meisten Kinder fühlen sich auf dem Königsstuhl wohl, einige brauchen den Halt vom Gotti, Götti, Eltern oder Grosseltern und sitzen auf deren Schoss. Meistens ist das Eis spätestens beim ersten Gaspedal-Drücken gebrochen, die Freude der Kinder kommt zum Ausdruck. Einige sind sehr vorsichtig, getrauen sich nicht richtig zu drücken, andere sind Draufgänger und Nähen voll drauf los. Selten möchte ein Kind nicht selber drücken, dann ist es besonders schön zu sehen, wenn die Begleitperson keinen Druck ausübt und keine zu erfüllenden Erwartungen da sind.

Ich rede viel mit den Kindern, beziehe sie ins Nähen ein und lache sehr gerne mit ihnen. So entsteht nicht selten eine sehr ausgelassene, vertraute Stimmung, in der sich das Kind voll aufs Entstehen der Tasche konzentrieren kann.

Jedes Kind ist anders

Es ist für die Kinder gar nicht so einfach, die fast unsichtbaren Fäden zu sehen und dann auch noch genau abzuschneiden! Einige arbeiten schon sehr genau und sind nicht zufrieden, wenn der Faden noch 2mm absteht, andere sind grosszügig beim Schneiden und sind schnell zufrieden, auch wenn noch ganz lange Fäden zu sehen sind. Grosse Unterschiede sind in der Feinmotorik zu sehen, ich frage mich oft wie das die Kindergärtnerin dann schafft, allen Kindern gerecht zu werden.

Unter meiner Anleitung können die Kinder rasch und sicher Gaspedal drücken, überlegen mit und möchten am liebsten gar nicht mehr aufhören zu nähen. Nach knapp einer Stunde konzentrierter Arbeit sind dann alle müde aber sehr zufrieden und gehen mit viel Stolz den wohlverdienten ersten Znüni beim Beck abholen. Die Kinder so nah zu erleben ist für mich ein grosses Privileg, es bereichert meine Arbeit sehr und belebt mich!»

Nachhaltigkeit bei cwirbelwind

Alle cwirbelwind-Produkte werden von Hand in der Schweiz hergestellt

Wer unseren Blog liest oder uns auf Instagram folgt, der hat es sicher schon mitbekommen: Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt uns, innerhalb wie ausserhalb unseres Ateliers.

Im letzten Jahr sind mehrere nachhaltige Produkte zu unserem Sortiment dazugestossen. In vielerlei Hinsicht sind allerdings all unsere Produkte nachhaltig:

Faire Produktion

Unsere Täschli und auch sämtliche anderen Produkte werden von A bis Z in unserem Atelier in Wiesendangen ZH von Hand hergestellt. Unsere Mitarbeiterinnen werden fair entlohnt und sind bewusst nicht nur saisonal angestellt (auch wenn das Arbeitspensum naturgemäss schwankt).

Massenproduktion gibt es bei uns nicht – wir halten unser Lager klein und fertigen nur an, was auch gekauft wird, so dass wir keine fertigen Produkte entsorgen. Auch mit Materialresten gehen wir sorgfältig um. Sie werden gesammelt und immer mal wieder Kindern zum Basteln zur Verfügung gestellt.

Die verwendeten Materialien werden allesamt in Europa hergestellt. Die Bänder werden in der Schweiz gewoben, die Klettverschlüsse, Schnallen und das Blachenmaterial beziehen wir von Schweizer Firmen.

Wermutstropfen aus Sicht der Nachhaltigkeit sind die Blachenstoffe aus Plastik.

Langlebig

Weil das Material so robust ist, und weil wir all unsere Produkte mit grösster Sorgfalt nähen, sind unsere Produkte ausgesprochen langlebig. Wir staunen immer wieder über Chindsgitäschli, die nach zwei Jahren Gebrauch zwar nicht mehr aussehen wie neu, aber noch bestens in Schuss sind. Deswegen bieten wir seit diesem Jahr die Möglichkeit, uns ausrangierte Täschli gegen ein kleines Entgeld zurückzugeben. Wir machen sie wieder fit und verkaufen sie für wenig Geld weiter. So erhalten die Täschli ein zweites Leben statt im Müll zu landen – und wir ermöglichen auch Kunden mit weniger gut gefülltem Portemonnaie ein cwirbelwind-Täschli.

Upcycling-Taschen

Dieses Jahr haben wir eine brandneue, nachhaltige Kollektion vorgestellt: Die Upcycling-Taschen, angefertigt aus ausgedienten Handtaschen. Wir lieben diese speziellen Taschen mit einem ganz eigenen Charme.

Znüni-Täschli

Unser neuestes Produkt für mehr Nachhaltigkeit sind Znüni-Säckli. Dank diesen praktischen Säcklis kann im Kindergartenalltag (und auch ausserhalb des Kindergartens überall, wo Kinder unterwegs sind) auf Plastiksäckli und Klarsichtfolie verzichtet werden.

Bald neu im Angebot: Upcycling-Malschürzen

Zur Zeit feilen wir an unserem neuen Upcycling-Produkt: Malschürzen aus alten Herrenhemden. Ein weiteres Produkt, mit welchem wir dazu beitragen wollen, Altes nicht einfach wegzuwerfen, sondern wieder zu verwerten. Wir halten euch auf dem Laufenden!

cwirbelwind beteiligt sich am Jugendprojekt LIFT

Für die nächsten Monate Teil der cwirbelwelt: Dilzar

cwirbelwind beteiligt sich schon zum zweiten Mal am Jugendprojekt LIFT, einem Integrations- und Präventionsprogramm für Jugendliche ab der 7. Klasse. Im Rahmen dieses Projektes bieten wir jeweils einem Jugendlichen mit erschwerter Ausgangslage ab der 7. Klasse einen Wochenarbeitsplatz. Einmal wöchentlich arbeitet der/die teilnehmende Jugendliche für 2 bis 3 Stunden im Atelier mit, erledigt einfache, praktische Arbeiten und erhält dafür einen kleinen Lohn.

Die Jugendlichen sollen so auf ihrem Weg in die Arbeitswelt vorbereitet und in ihrer Sozial- und Selbstkompetenz gefördert werden. Auf diese Weise möchte man ihnen dabei helfen, direkt nach der obligatorischen Schulzeit den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden. Letztlich soll das Projekt LIFT dazu beitragen, dass weniger Lehren abgebrochen werden. Dadurch wären weniger Jugendliche arbeitslos und somit weniger Menschen von der Sozialhilfe abhängig.

Wir finden dieses Projekt, für das wir mit der Sekundarschule Wiesendangen zusammenarbeiten, eine gute und sinnvolle Sache und beteiligen uns gerne daran.

Mit unserem aktuellen «Schützling» Dilzar sind wir richtig glücklich, sie ist hochmotiviert und unterstützt uns tatkräftig. Sie bereitet alles für den Täschlitag vor, ist aktiv mit dabei, hilft Motive und Stoffe zuzuschneiden oder füllt das Lager auf. Mit so einem jungen Menschen macht das Projekt natürlich besonders Freude.

Schön, bist du die nächsten Monate Teil unserer cwirbelwelt, Dilzar!

Claudia: „Ich stelle mir immer vor, wer wohl das Täschli tragen wird!“

Claudia mit ein paar Täschlis aus ihrer eigenen Kollektion, den „Claudinas“

Wer näht eigentlich all die tollen Kindergartentaschen, Rucksäcke und so weiter? In den nächsten Wochen stellen wir hier alle cwirbelwind-Mitarbeiterinnen vor. Den Auftakt macht Claudia. Sie hat für cwirbelwind ihre eigene Kollektion entworfen, die «Claudinas».

Claudia, wie kamst du zu cwirbelwind?

Ich bin schon lange dabei – ich glaube, etwa seit 2006. Damals hatte Caterina so viele Aufträge, dass sie dringend Hilfe beim Nähen benötigte. Jemand hat ihr erzählt, ich sei Schneiderin. Da kam sie eines Tages einfach und hat an meiner Tür geklingelt. Wir waren zwar Nachbarinnen, hatten uns aber noch nie gesehen! Und da stand sie plötzlich vor mir und fragte mich, ob ich für sie arbeiten wolle. Erst war ich skeptisch. Ich arbeitete gerne mit Seide – ein ganz anderes Material als die Blachenstoffe, die cwirbelwind verwendet. Aber ich war einverstanden, es einfach mal zu probieren. Und schnell war klar: Das ist mein Ding! Inzwischen arbeite ich lieber mit Blachenstoffen als mit Seide.

Du nähst alle Täschli von dir zu Hause aus…

Ja, das ist super für mich. So kann ich zugleich das Telefon für die Firma meines Mannes hüten. Ich habe mir zu Hause ein ganzes Atelier eingerichtet. Das geht natürlich vor allem deswegen gut, weil ich im gleichen Dorf wohne.

Wie kam es zu deiner eigenen «Claudinas»-Kollektion?

Ich habe immer wieder Motive für cwirbelwind kreiert. Caterina meinte dann irgendwann: «Deine Motive sind einfach anders als unsere anderen – lass uns doch eine eigene Kollektion daraus machen.» Erst wollte ich das nicht, ich mag mich nicht in den Vordergrund drängen. Aber ich gebe zu, ich habe schon Freude an meiner eigenen Kollektion. Ich bin auch immer auf der Suche nach neuen Motiven, frage zum Beispiel Kinder was ihnen gefällt oder recherchiere im Internet, was es sonst so gibt. Und dann probiere ich stundenlang aus, welche Motive funktionieren. Dafür kann ich mich total begeistern!

Wie ist das für dich, wenn du ein Kind mit einem cwirbelwind-Täschli siehst?

Oh… das liebe ich! Da werde ich ganz aufgeregt! Wenn ich zum Beispiel irgendwo in Bern unterwegs bin und sehe da ein Kind mit cwirbelwind-Täschli, da freue ich mich riesig drüber. Ich frage mich dann immer: «Habe das wohl ich genäht?».

Wenn ich Täschli nähe, stelle ich mir auch immer vor, welches Kind wohl mal mit diesem Täschli in den Chindsgi geht. Wird es ihm gefallen im Chindsgi, was erlebt es dort wohl? Ich freue mich so, dass ich Produkte für Kinder herstellen darf.

Die Kollektion von Claudia, die Claudinas, findet ihr hier auf der cwirbelwind-Webseite.

Die Sache mit den Mündern

Zum Aufmalen des Munds ist eine ruhige Hand gefragt

Warum die wohl unbeliebteste Aufgabe im cwirbelwind-Atelier das Aufmalen des Mundes auf ein Motiv ist.

„Michelle, magst du dem Rössli den Mund aufmalen?“, fragt mich cwirbelwind-Mitarbeiterin Sybille und streckt mir aufmunternd ein beinahe fertiges Chindsgitäschli entgegen. Ich wehre erschrocken ab – und ernte schallendes Gelächter.

In den darauffolgenden Minuten werde ich darüber aufgeklärt, was es mit den Mündern bei cwirbelwind auf sich hat. Die sind nämlich tatsächlich eine Art Sorgenkind. Schon klar – wer bei einem fixfertigen Täschli im allerletzten Schritt einem Tierli oder einer Prinzessin den Mund aufmalt und diesen verpfuscht, der hat im schlimmsten Fall das gesamte Täschli ruiniert. Die Verantwortung trägt keine der Näherinnen gerne.

Erst malen oder erst nähen?

„Ich male den Mund meist auf das Motiv auf, bevor ich das gesamte Täschli zusammennähe“, erklärt mir Näherin Käthi. Allerdings müsse man dann wahnsinnig aufpassen, dass man den Mund nicht versehentlich noch verschmiere – weshalb auch nicht alle Näherinnen diese Reihenfolge wählen. Zudem können auf Täschli, welche zunächst fürs Lager produziert werden, keine Münder aufgemalt werden – die Farbe würde mit der Zeit leicht verblassen, und das Täschli soll ja in perfektem Zustand beim künftigen Besitzer ankommen.

Es kommt deswegen durchaus vor, dass die Täschli von Mitarbeiterin zu Mitarbeitern geschoben werden, weil sich grade keine eine ausreichend ruhige Hand zutraut. Und hin und wieder trifft cwirbelwind-Chefin Caterina morgens dann einen Stapel Täschli auf ihrem Schreibtisch an – im Zweifelsfall muss die Chefin selbst Hand anlegen.

Ich merke mir: Wenn ich in Zukunft an einer cwirbelwind-Mitarbeiterin mit Filzstift in der Hand vorbeilaufe, mache ich erstens einen weiten Bogen um sie herum und bin zweitens aufs Sorgfältigste darauf bedacht, sie auf keinen Fall zu erschrecken.

Wieder zuhause nehme ich als allererstes gespannt die Chindsgitäschli meiner Töchter unter die Lupe – auf beiden prangen einwandfreie, schöne Münder…